Für Züchterinnen und Züchter

Keine Papiere,
kein Rassehund

Ohne Abstammungsnachweis ist ein Hund als Mischling einzustufen. Das ist keine Meinung, sondern die Grundlage jeder seriösen Zuchtbuchführung.

Havaneser in Schwarz-Weiß steht im Profil vor ockerfarbenem Hintergrund

Der Kern

Was fehlt, ist nicht der Stammbaum

Eine Ahnentafel ist kein Schmuckblatt. Sie ist die Auskunft darüber, welche Rassen in einem Hund stecken — und damit die Auskunft darüber, worauf er untersucht werden muss.

Jede Rasse bringt eigene Risiken mit. Wonach bei einem Hund zu suchen ist, ergibt sich aus seiner Abstammung. Fehlt sie, fehlt nicht nur ein Dokument: Es ist dann schlicht nicht bekannt, welche Untersuchungen überhaupt die richtigen wären.

Deshalb ist die Frage nach den Papieren keine Formalität und auch keine Eitelkeit. Sie steht am Anfang von allem anderen.

Keine Ahnentafel,
kein Rassehund.

Ohne Abstammungsnachweis gilt der Hund als Mischling

Der ehrliche Weg

Eine Ahnentafel mit Lücken ist besser als gar keine

Hat ein Elterntier keine Papiere, kann genau das eingetragen werden. Eine Tafel, in der ein Zweig offen bleibt, sagt dem Käufer die Wahrheit, und der andere Zweig bleibt dabei vollwertig.

Der Hund

Eigenes Tier

Eltern

Vater — mit Ahnentafel
Mutter — ohne Ahnentafel

Großeltern

eingetragen
eingetragen
nicht bekannt
nicht bekannt

Urgroßeltern

eingetragen
eingetragen
eingetragen
eingetragen
nicht bekannt
nicht bekannt
nicht bekannt
nicht bekannt

Der Vater hat eine Ahnentafel, die Mutter nicht. Damit fehlt kein einzelnes Feld, sondern der gesamte mütterliche Zweig: beide Großeltern und alle vier Urgroßeltern auf dieser Seite. Lücken entstehen immer so — die Papiere eines Elterntiers liefern den ganzen Zweig dahinter oder gar nichts.

Acht der vierzehn Vorfahrenfelder sind belegt. Genau das steht dann auch so in der Tafel, statt dass jemand die Lücke stillschweigend auffüllt.

Eine solche Tafel verspricht nichts, was sie nicht halten kann. Sie ist der Gegenentwurf zu der Vorstellung, ein Hund ohne Papiere ließe sich als Rassehund verkaufen, wenn man nur nicht darüber spricht.

Tierärztin entnimmt einem ruhig sitzenden Jack Russell Terrier eine Speichelprobe mit einem Wattetupfer
Eine Speichelprobe genügt. Für den Hund ist es ein Moment, für das Zuchtbuch der Unterschied.

Wenn die Papiere fehlen

Die Rasse lässt sich bestimmen

Genau der Fall von oben: Für die Mutter ohne Abstammungsnachweis ist zur Zuchtverwendung eine Rassezuordnung mittels Gentest erforderlich. Lässt sich die Rasse dabei nicht eindeutig zuordnen, bleibt es beim Mischling. Daran ändert der Test nichts.

  1. Die Probe wird genommen und im Labor ausgewertet.
  2. Der Test benennt die Rassen, aus denen das Tier stammt.
  3. Ab da gelten für dieses Tier die Vorgaben genau dieser Rassen — mit allen Untersuchungen, die dazugehören.

Der Gentest ersetzt also keine Ahnentafel. Er stellt das her, was ohne sie fehlt: die Grundlage dafür, überhaupt zu wissen, worauf zu prüfen ist.

Auf lange Sicht

Transparenz ist das bessere Verkaufsargument

Wer eine Tafel mit offenen Feldern übergibt, sagt dem Käufer, was er bekommt. Das mag im ersten Moment weniger hermachen. Es hält aber.

Der umgekehrte Weg ist der teurere: Ein Hund ohne nachweisbare Abstammung, der als Rassehund verkauft wird, ist ein Mischling mit einem Versprechen daran. Fällt das auf, steht nicht ein Papier in Frage, sondern der Züchter.

Und beim nächsten Wurf ist die Lücke ohnehin kleiner: Was heute eingetragen wird, sind die bekannten Vorfahren von morgen.

Weißer Malteser sitzt vor ockerfarbenem Hintergrund und blickt in die Kamera

DNA-Profil und Kontrollcode

Die Abstammung ist gesichert, nicht behauptet

Zuchttiere erhalten vor dem ersten Zuchteinsatz ein DNA-Profil. Damit lassen sich Welpen nachträglich ihren Elterntieren zuordnen — die Abstammung ist belegbar statt bloß eingetragen. Das schützt vor Verwechslung ebenso wie vor Betrug.

Für Käuferinnen und Käufer wird das über den Kontrollcode auf dem Zertifikat sichtbar. Er wird auf der ZEUS-Website händisch eingetippt — ein selbst eingegebener Code kann niemanden auf eine gefälschte Seite umleiten.

Zertifikat prüfen

Generation der Eltern — die Voraussetzung

ZEUS-Siegel Zuchttauglich — Approved for Breeding
Das obere Siegel steht bei den Elterntieren — jedes von ihnen muss es einzeln erhalten haben, bevor überhaupt verpaart wird.

daraus, und nur daraus

Die nächste Zeile — das Ergebnis

ZEUS-Siegel Qualzuchtfrei — Healthy Genetics Certified
Das untere gehört dem Welpen, der darunter eingetragen wird. Es entsteht erst, wenn beide Zweige über ihm das obere tragen.

Weitere Themen

Ohne Ahnentafel bleibt die Abstammung eine Behauptung. Geben Sie diese Seite an alle weiter, die darin nur eine Formalie sehen.

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